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Kühlen

Klimaanlage und Photovoltaik: kühlen mit dem Strom vom eigenen Dach

Warum Kühlbedarf und Solarertrag zur selben Stunde ihren Höhepunkt haben, was Split-Geräte in der Übergangszeit können und was vor der Montage geklärt sein muss.

Außeneinheit einer Split-Klimaanlage an einer Hauswand
Über Zufriedenheit entscheidet weniger das Gerät als sein Platz: Schall, Leitungswege und der Abstand zum Nachbarn.

Es gibt einen Verbraucher im Haus, der fast wie gemacht ist für eine Photovoltaikanlage: die Klimaanlage. Nicht weil sie besonders sparsam wäre — sondern weil sie genau dann Strom braucht, wenn das Dach am meisten liefert.

Kühlbedarf und Ertrag fallen zusammen

Bei den meisten Geräten im Haus muss man Erzeugung und Verbrauch mühsam zusammenbringen. Die Waschmaschine läuft, wenn jemand daran denkt. Die Wärmepumpe braucht ihre größte Leistung im Januar — also dann, wenn die Anlage am wenigsten produziert. Beim Kühlen ist es umgekehrt: Der heißeste Nachmittag im Juli ist zugleich der Nachmittag mit dem höchsten Ertrag.

Dieser Gleichlauf ist der eigentliche Punkt. Strom, den Sie in derselben Stunde erzeugen und verbrauchen, muss weder zwischengespeichert noch eingespeist werden. Er spart Ihnen den vollen Strompreis, und er läuft nicht durch den Speicher — der bleibt damit für den Abend gefüllt. Wie groß der Effekt bei Ihnen ausfällt, hängt von Anlagengröße, Ausrichtung und davon ab, wie viel Sie tatsächlich kühlen; die Richtung stimmt aber in jedem Fall.

Ein Hochsommertag im Ablauf

Kein Rechenbeispiel, sondern der zeitliche Verlauf — daran wird der Zusammenhang am ehesten sichtbar:

  • Vormittag: Die Anlage kommt auf Leistung, das Haus ist noch kühl. Der Überschuss lädt den Speicher.
  • Mittag bis später Nachmittag: Die Sonne steht hoch, die Räume heizen sich auf. Genau jetzt läuft die Kühlung — mit Strom, der ohnehin gerade da ist.
  • Abend: Der Ertrag geht zurück, der Kühlbedarf sinkt mit der Außentemperatur. Der Speicher übernimmt Licht, Küche und Grundlast.
  • Nacht: Wer kann, lüftet quer und lässt die Anlage aus. Kühlen gegen ein Fenster, das offen steht, ist auch mit eigenem Strom keine gute Idee.

Ein Split-Gerät ist eine Wärmepumpe

Was umgangssprachlich „Klimaanlage“ heißt, ist technisch eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Sie verschiebt Wärme, statt sie zu erzeugen — im Sommer aus dem Raum nach draußen, und in der Gegenrichtung genauso. Deshalb können moderne Split-Geräte auch heizen, und zwar dort, wo es sich lohnt: in der Übergangszeit.

Im März oder Oktober für zwei kühle Morgenstunden die Zentralheizung hochzufahren, ist selten effizient. Ein Split-Gerät wärmt den Raum, in dem Sie gerade sitzen, in wenigen Minuten — ohne Eingriff ins Heizsystem und ohne dass ein ganzer Heizkreis mitläuft.

Genauso wichtig ist, was ein solches Gerät nicht leistet. Es heizt raumweise, nicht das Haus. Es macht kein Warmwasser. Und es ersetzt keine Heizungsplanung: Wenn es um die Wärmeversorgung des gesamten Gebäudes geht, führt der Weg zur Luft-Wasser-Wärmepumpe und zu einer ordentlichen Heizlastbetrachtung. Die Klimaanlage ergänzt — sie tritt nicht an deren Stelle.

Was vor der Montage geklärt sein muss

Die Geräte selbst sind heute weitgehend ausgereift. Was über Zufriedenheit oder Ärger entscheidet, sind vier Fragen, die vor der Bestellung beantwortet gehören:

  • Aufstellort und Schall. Das Außengerät ist die einzige Komponente, die man hört. Es gehört nicht unter das Schlafzimmerfenster und nicht in den Reihenhaus-Zwischenraum, in dem der Schall zwischen zwei Wänden hin und her läuft. Nachbarschaft, Abstände und die Frage, ob nachts gekühlt werden soll, bestimmen den Platz — nicht die kürzeste Leitung.
  • Kondensat. Beim Kühlen fällt am Innengerät Wasser an, das sicher und dauerhaft abgeführt werden muss. Beim Heizen taut das Außengerät ab, und auch dieses Wasser braucht einen Weg, der im Winter nicht zur Eisfläche vor der Haustür wird.
  • Leitungswege. Zwischen Innen- und Außengerät laufen Kälteleitungen, eine Steuerleitung und der Kondensatablauf. Wo diese Bündel durch die Wand gehen, wie sie geführt und wie die Durchdringungen abgedichtet werden, entscheidet über das Erscheinungsbild der Fassade — und über die Dichtigkeit des Hauses.
  • Elektrischer Anschluss. Ein Split-System braucht in der Regel einen eigenen, richtig abgesicherten Stromkreis. Ob im Zählerschrank dafür Platz ist, zeigt sich am Zählerschrank, nicht im Prospekt.

Hinzu kommt ein Punkt, der oft übersehen wird: Arbeiten am Kältekreis setzen eine eigene Sachkunde voraus. Die Klimamontage ist deshalb kein Nebenprodukt der Elektroinstallation, sondern ein eigenes Gewerk — mit einer Schnittstelle zur Elektrik, die jemand verantworten muss.

Unsere Antwort

Beide Seiten dieser Schnittstelle liegen bei uns im Haus. Unser Klimatechniker Dirk Balcewsky plant Aufstellort, Leitungsführung und Kondensat und führt die Montage aus; unser Elektromeister und Mitinhaber Gordon Ritter verantwortet den Anschluss und das Zusammenspiel mit Photovoltaik und Speicher. Sie haben damit keine Übergabe zwischen zwei Firmen — und niemanden, der auf den jeweils anderen verweist.

Die Anlage gleich mit dem Kühlbedarf planen

Eine Klimaanlage verändert das Lastprofil eines Hauses spürbar: Sie hebt den Sommerverbrauch, und zwar in den Stunden, in denen bisher eingespeist wurde. Für die Auslegung heißt das zweierlei. Erstens kann die PV-Anlage tendenziell etwas größer ausfallen, weil mehr Ertrag im Haus bleibt statt für eine kleine Vergütung ins Netz zu gehen. Zweitens verschiebt sich die Frage nach der Speichergröße: Wer mittags kühlt, entlastet den Speicher tagsüber — die Dimensionierung sollte das berücksichtigen.

Deshalb ist es sinnvoll, das Thema Kühlen anzusprechen, bevor die Anlage geplant wird — auch dann, wenn die Klimaanlage erst in zwei Jahren kommen soll. Nachträglich lässt sich vieles ergänzen, aber die Anlagengröße gehört nicht dazu.

Wann wir abraten

Nicht jedes Haus braucht eine Klimaanlage. Wo außenliegender Sonnenschutz fehlt, ist eine Markise oder ein Raffstore oft die wirksamere und deutlich einfachere Maßnahme: Wärme, die gar nicht erst hereinkommt, muss niemand hinausschaffen. Auch konsequente Nachtlüftung bringt in unserer Region mehr, als viele erwarten. Und ein einzelner heißer Raum unter dem Dach ist manchmal ein Dämmproblem und kein Kühlproblem.

Wir sagen Ihnen das, bevor Sie Geld ausgeben. Wenn eine Klimaanlage dagegen sinnvoll ist — bei Dachgeschossbüros, Südzimmern ohne Verschattungsmöglichkeit oder Schlafräumen, in denen der Sommer keine Ruhe mehr zulässt —, dann ist sie in Verbindung mit einer eigenen PV-Anlage der Komfortgewinn, der am wenigsten kostet.

Kühlen zusammen mit dem Dach denken

Was eine Klimaanlage für die Auslegung Ihrer PV-Anlage bedeutet und was vor der Montage geklärt wird — auf unserer Seite zur Klimatechnik.

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