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Kaufberatung

Die fünf Fragen vor Ihrem PV-Angebot

Fünf Fragen, die jedes Photovoltaik-Angebot beantworten kann — zu Gewerken, Belegung, Festpreis, Terminen und Zukunftssicherheit. Mit unseren Antworten darauf.

Senkrechte Drohnenaufnahme eines Wohnhauses: rechts ein geschlossenes Feld schwarzer PV-Module, links bleiben ältere Solarthermie-Kollektoren und die Satellitenschüssel ausgespart
Von oben wird sichtbar, was ein Belegungsplan leistet: welche Flächen tragen — und welche bewusst frei bleiben.

Zwei Photovoltaik-Angebote mit derselben Modulzahl und derselben Kilowatt-Peak-Zahl sehen auf dem Papier gleich aus. Der Unterschied liegt fast immer in dem, was um die Module herum organisiert ist — und das steht selten auf Seite eins.

Wir haben deshalb fünf Fragen zusammengestellt, die Sie jedem Anbieter stellen können. Uns eingeschlossen. Sie sind so formuliert, dass eine belastbare Antwort konkret ausfällt: mit Namen, Zuständigkeiten und klaren Grenzen. Der laufende Text bleibt dabei neutral — er gilt für jeden Betrieb. Was wir auf die jeweilige Frage antworten, steht in den hervorgehobenen Kästen, damit Sie beides sauber auseinanderhalten können.

1. „Alles aus einer Hand“ — wer genau ist diese eine Hand?

Dieser Satz ist schnell geschrieben. Zur überprüfbaren Aussage wird er erst, wenn dahinter Zuständigkeiten stehen.

Eine Dachanlage besteht aus mindestens vier Gewerken: Gerüst, Dachmontage, Elektroinstallation und die Schritte gegenüber dem Netzbetreiber. Jede Übergabe zwischen diesen Gewerken ist eine Stelle, an der Termine kippen können und an der im Zweifelsfall die Frage aufkommt, wer zuständig ist. Lassen Sie sich deshalb nicht bestätigen, dass alles aus einer Hand kommt, sondern wessen Hand welches Gewerk ausführt.

Unsere Antwort

Das Gerüst stellen wir selbst — eigener Gerüstbau nach DIN 4420 und den Vorgaben der DGUV. Auf dem Dach arbeiten unsere eigenen Montageteams, nicht wechselnde Subunternehmer. Die Elektrik verantwortet unser Elektromeister Gordon Ritter — Mitinhaber des Betriebs —, der auch die Wallbox anschließt, wenn eine dazugehört. Und die Schritte gegenüber dem Netzbetreiber koordinieren wir für Sie, statt Ihnen Formulare in die Hand zu drücken.

  • Wer stellt und haftet für das Gerüst?
  • Sind die Monteure fest angestellt oder projektweise beauftragt?
  • Wer führt die Elektroarbeiten aus — und ist diese Person namentlich benannt?
  • Wer übernimmt Anmeldung und Abstimmung mit dem Netzbetreiber?

2. „Individuell geplant“ — welche Flächen bleiben bewusst frei?

Eine Belegungsplanung erkennt man weniger daran, wo Module liegen, als daran, wo bewusst keine liegen.

Auf jedem Dach gibt es Flächen, die frei bleiben müssen: Abstände zu First, Traufe und Ortgang, weil dort die Windlasten am größten sind; Flächen rund um Kamine, Gauben und Dachfenster; der Weg, auf dem sich Wartung und Reparatur später überhaupt durchführen lassen; und der Bereich, in dem Regen- und Schneewasser sicher in die Rinne laufen muss. Wer diese Flächen mitbelegt, holt kurzfristig ein paar Module mehr heraus und verlagert das Risiko auf die nächsten Jahrzehnte.

Deshalb ist die Zahl der Module keine Qualitätsaussage. Ein Belegungsplan, der eine Fläche ausspart, sollte begründen können, warum sie ausgespart ist — durch Verschattung, durch Abstandsregeln, durch die Entwässerung oder durch die Zugänglichkeit.

Unsere Antwort

Diese Begründung entsteht bei uns aus dem Drohnen-Dachcheck: Wir sehen Aufbauten, Bäume und Nachbargebäude aus der Luft und planen die Belegung darauf — nicht auf einer Schätzung vom Boden aus. Zu jeder frei gelassenen Fläche können wir Ihnen deshalb sagen, warum sie frei bleibt.

  • Warum ist genau diese Fläche belegt — und jene nicht?
  • Welche Abstände zu First, Traufe und Ortgang sind eingeplant?
  • Bleibt die Dachentwässerung frei und der Weg zu Kamin und Dachfenster begehbar?
  • Beruht der Plan auf einem Aufmaß oder auf einer Schätzung?

3. „Transparentes Festpreisangebot“ — was ist enthalten, was nicht?

Ein Festpreis ist keine Zusage, dass nichts hinzukommen kann. Er ist eine Zusage darüber, wofür er gilt.

Ein nachvollziehbares Angebot lässt sich in vier Ebenen lesen. Enthalten ist alles, was fest kalkuliert und verbindlich zugesagt ist — Material, Montage, Gerüst, Elektroarbeiten, Inbetriebnahme. Optional ist, was Sie bewusst dazunehmen oder weglassen können, etwa ein Speicher, ein Vogelschutz oder eine Wallbox; diese Positionen gehören einzeln ausgewiesen, damit Sie sie streichen können, ohne das Angebot neu rechnen zu lassen. Prüfabhängig ist alles, was sich erst am Gebäude zeigt: der Zustand des Zählerschranks, tragfähige Anschlusspunkte, ein Dachbelag, der eine Sonderlösung braucht.

Nicht Bestandteil ist die vierte Ebene — und die wichtigste. Ein gutes Angebot benennt ausdrücklich, was es nicht abdeckt: Arbeiten, die in ein anderes Gewerk gehören, Leistungen des Netzbetreibers oder bauliche Maßnahmen, die vorher nötig wären. Fehlt diese Ebene, ist das Angebot nicht falsch, aber unvollständig. Fragen Sie in dem Fall einfach nach — die Antwort sollte ohne Zögern kommen.

Unsere Antwort

Wir sagen Ihnen zu jeder Position, in welche dieser vier Ebenen sie fällt — und beantworten die vierte Frage von selbst, statt sie abzuwarten. Was sich erst am Gebäude entscheidet, klären wir vor dem Angebot: Dachflächen und Aufbauten beim Drohnen-Dachcheck, den Zählerschrank und die Anschlusssituation unser Elektromeister beim Termin vor Ort.

  • Welche Positionen sind fest kalkuliert und verbindlich?
  • Was ist optional und einzeln streichbar?
  • Was steht unter Vorbehalt einer Prüfung vor Ort — und wann wird geprüft?
  • Was ist ausdrücklich nicht Bestandteil des Angebots?

4. „Schnelle Montage“ — wann ist die Anlage wirklich fertig?

„Fertig“ bedeutet je nach Gesprächspartner vier verschiedene Dinge. Es lohnt sich, sie auseinanderzuhalten.

Der erste Punkt ist die abgeschlossene Montage: Gerüst weg, Module und Unterkonstruktion sitzen. Der zweite ist die technische Fertigstellung — Wechselrichter, Verkabelung und Zählerschrank sind angeschlossen, die Anlage ist elektrisch betriebsbereit. Der dritte ist der Netzschritt: Anmeldung, gegebenenfalls Zählerwechsel und die Inbetriebsetzung durch den Netzbetreiber. Der vierte ist die Übergabe mit Dokumentation und Einweisung, damit Sie Ihre Anlage auch bedienen können.

Die ersten beiden Schritte liegen in der Hand des Fachbetriebs, der dritte nicht. Termine und Bearbeitungszeiten des Netzbetreibers sind extern — wer sie Ihnen als eigene Zusage verkauft, verspricht etwas, das ihm nicht gehört. Seriös ist die andere Reihenfolge: verbindlich zusagen, was im eigenen Einflussbereich liegt, den Netzschritt vollständig vorbereiten und ihn dann für Sie begleiten.

Unsere Antwort

Genau so handhaben wir es. Für Montage und technische Fertigstellung nennen wir Ihnen einen Termin, für den Netzschritt keine Frist, sondern den Stand — und melden uns, wenn sich extern etwas verschiebt, statt Sie nachfragen zu lassen.

  • Auf welchen dieser vier Punkte bezieht sich der genannte Termin?
  • Was ist verbindlich zugesagt, was ist eine Erwartung?
  • Wer bereitet die Unterlagen für den Netzbetreiber vor?
  • Wer informiert mich, wenn sich extern etwas verzögert?

5. „Zukunftssicher“ — was ist heute sinnvoll, was nur vorbereitet?

Zukunftssicher heißt nicht, heute alles zu kaufen, was man irgendwann brauchen könnte. Es heißt, sich Türen offenzuhalten, ohne dafür im Voraus zu bezahlen.

Trennen Sie dafür drei Kategorien. Heute sinnvoll ist, was Sie ab dem ersten Tag nutzen und was sich über die Lebensdauer der Anlage rechnet. Heute vorbereiten ist alles, was später deutlich teurer wird, wenn es jetzt fehlt: Platz im Zählerschrank, ein Leerrohr zur Garage für eine spätere Wallbox, ein Wechselrichter, der einen Speicher später aufnehmen kann, oder eine Dachbelegung, die eine Erweiterung nicht verbaut. Später neu prüfen ist alles, dessen Grundlage sich noch ändern kann — ein E-Auto, das noch nicht gekauft ist, eine Wärmepumpe, deren Einbau erst mit der nächsten Heizungserneuerung ansteht, oder eine Erweiterung, für die Sie erst ein Jahr echte Verbrauchsdaten sehen wollen.

Eine gute Beratung ordnet die Wünsche in diese drei Kategorien ein, statt alles in die erste zu schieben.

Unsere Antwort

Wir bauen Photovoltaik, Wärmepumpen und Wallboxen — gerade deshalb sagen wir Ihnen, wenn eine dieser Komponenten bei Ihnen noch warten kann. Vorbereitet ist sie dann trotzdem: Leerrohr, Platz im Zählerschrank, passender Wechselrichter.

  • Was davon nutze ich ab dem ersten Tag?
  • Was wird später erheblich teurer, wenn wir es jetzt nicht vorsehen?
  • Welche Entscheidung kann ich guten Gewissens vertagen?
  • Verbaut mir die geplante Belegung eine spätere Erweiterung?

Diese Fragen darf jeder Anbieter beantworten

Die fünf Fragen sind kein Test, den man bestehen oder nicht bestehen kann. Sie sind schlicht die Punkte, an denen sich ein Angebot vom Werbeversprechen zur überprüfbaren Zusage entwickelt. Ein Betrieb, der sauber arbeitet, beantwortet sie gern — meist ausführlicher, als Ihnen lieb ist.

Wenn Sie mit diesen Fragen in die Gespräche gehen, vergleichen Sie am Ende nicht mehr Modulzahlen, sondern Verantwortung.

Tipp: Drucken Sie diese Seite aus — dann haben Sie die fünf Fragen samt Checklisten als Gesprächsleitfaden dabei. Navigation, Weiterlesen-Block und Kontaktbox blenden wir beim Druck automatisch aus.

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